Deutscher Kinderschutzbund,
OV Recklinghausen e.V.
Wildermannstr. 51 - 53
45659 Recklinghausen

Tel.: 02361 / 10 94 94
email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Jahresberichte


2.4. Kindermittagstisch
Der Kinderschutzbund bietet immer dienstags in der Zeit von 15:00 bis 17:00 Uhr eine kostenloses Mittagessen für Kinder an.

Das Angebot wird sehr gut von den Kindern der Siedlung genutzt, wöchentlich werden so zwischen 20 und 35 Kinder mit einer warmen Mahlzeit versorgt. Das Alter der Kinder liegt zwischen 3 und 14 Jahren, oft bringen die älteren Kinder ihre kleineren Geschwister mit. 

Die Kindergruppe ist sehr heterogen, so gibt es viele Kinder mit Migrationshintergrund, aber auch deutschstämmige. Viele Kinder besuchen den AWO Kindergarten, die Hohenzollern-Grundschule oder die Gesamtschule n Nord oder KKS, es gibt aber auch Kinder die die Realschule oder ein Gymnasium besuchen.
In der Regel wird darauf geachtet, dass gesunde Mahlzeiten frisch zubereitet werden, jedoch wird ab und an den Essenswünschen der Kinder „nachgegeben" und so auch mal Chicken-Nuggets oder Pommes angeboten. Teil des Konzepts ist es auch das Benehmen am Tisch zu üben, Rücksicht auf andere zu nehmen und unbekannte Lebensmittel zu testen. 

2.5. Spieltreff DKSB (XD-Treff)
Der Spieltreff findet auch weiterhin wöchentlich donnerstags von 16:15 bis 18:15 Uhr in den Räumlichkeiten des DKSB statt. Es findet auf kostenfreier und freiwilliger Basis statt und richtet sich an die Mädchen und Jungen der Breuskesbachsiedlung zwischen 6 und 10 Jahren. 

Teilnehmerstruktur und Konzept
Der Spieltreff wird von etwa 20 bis 25 Kindern der Breuskesbachsiedlung und Umgebung regelmäßig genutzt. Momentan setzt sich die Gruppe überwiegend aus 6-8 Jährigen zusammen, ihnen ist freigestellt, womit sie sich während der Gruppe beschäftigen:
Hoch frequentiert sind der Kaufladen und die Puppenecke, in denen die Kinder phantasievolle Rollenspiele entwickeln, mit denen sie sich über einen langen Zeitraum beschäftigen. So werden hier Familieneinkäufe und Restaurantbesuche von bis zu 10 Kindern gleichzeitig nachgestellt. Die Mehrzahl der Jungen verbringt die zwei Stunden konzentriert auf dem Legoteppich und lässt auch hier ihrer Phantasie freien Lauf.
Neuerdings wird auch der Mal- und Bastelschrank gerade von den Mädchen oft genutzt, wobei sich hier leider oft mangelnde Kompetenzen im Umgang mit Scheren oder anderen Bastelmaterialien offenbaren, denen nun mit gezielten Bastelaktionen begegnet werden soll.
Auch beim Spieltreff ist die Zubereitung eines Snacks fester Bestandteil des Angebots; so wird meist Rohkost mit den Kindern zusammen zubereitet und angerichtet.
Die Gruppenleitung begleitet die Spiele der Kinder und greift lediglich bei Konflikt-Situationen oder Fragen ein. Die Gesellschaftsspiele sind weiterhin hoch im Kurs und viele der Spiele werden von den Kindern nun selbstständig oder unter Anleitung Älterer durchgeführt.
Aufgrund mangelnden Interesses kommt die Wii zurzeit eher selten zum Einsatz, dies lässt sich aus der momentanen Gruppenstruktur erklären: die vorwiegend jüngeren Kinder nutzen unser Repertoire für ausgedehnte Spielsituationen in Interaktion miteinander, ohne den Einsatz von Elektronik. 

Problemlagen
Anfang Februar stieß eine Gruppe von sechs bis acht neuen Kindern zum Spieltreff dazu:
Gerade in den ersten Wochen führte dies zu einigen Spannungen, da ihnen das Regelwerk unserer Einrichtung noch nicht vertraut war und festetablierte Gruppen im Spieltreff sich von den Neuen gestört fühlten.
Mittlerweile haben sich die Wogen wieder geglättet und die „Alten Hasen" des Spieltreffs sind dazu übergegangen, die Neuen anzuleiten.
Die neuen Kinder verfügen über keinen Migrationshintergrund, in den Familien scheinen aber offensichtlich multiple Problemlagen vorhanden zu sein (fordern dauerhafte Aufmerksamkeit der Betreuer, Altersunangemessenes Verhalten, nicht altersgemäße Entwicklung).
Es wird immer wichtiger, den Kindern ethisch und moralisch vertretbare Handlungsweisen gerade in Konfliktsituationen und im Umgang miteinander vorzuleben und mitzugeben, da dies durch die Familien nicht mehr gewährleistet ist.
Der hart erarbeitete respektvolle Umgangston untereinander ist durch die veränderte Gruppenstruktur neu zu erarbeiten.
Problematisch ist nach wie vor die bestehende Größe der Gruppe, da so die Snacks aus finanziellen Gründen eher klein gehalten werden müssen und verschiedene Ecken des DKSB (wie die Puppenecke und der Kaufladen) oftmals überfüllt sind, was zu Streitigkeiten und Konflikten führt. Auch Bastelangebote und der sind bei der großen Gruppengröße nur bedingt möglich. 


2.6. Mädchengruppe
Die Mädchengruppe findet wöchentlich freitags von 16:15 bis 18:15 Uhr im Kinderschutzbund statt. Es handelt sich um ein offenes, also kostenfreies und freiwilliges Angebot. Seit November 2014 wird das Angebot neben der pädagogischen Fachkraft auch durch eine Ehrenamtliche begleitet, die die Gruppe ab April 2015 nun alleine durchführen wird. Dazu ist seit Februar 2015 die Praktikantin der Einrichtung bei diesem Angebot dabei. 

Teilnehmerstruktur
Die Kerngruppe besteht mittlerweile aus 15 Mädchen, die das Angebot regelmäßig nutzen. Insgesamt nehmen bis zu 20 Mädchen im Alter von 4 bis 12 Jahren an der Mädchengruppe teil. Ein Großteil der älteren Mädchen ist mittlerweile aufgrund anderer Aktivitäten oder verlängerter Schulzeiten weggebrochen, es sind jedoch zahlreiche Mädchen im Alter von 6-8 nachgerutscht.
Die Eltern der Mädchen verfügen dabei meist über einen türkischen, russischen oder polnischen Migrationshintergrund, dem sie sich auch verbunden fühlen. Durch Werbung der Mädchen in der Schule hat sich das Einzugsgebiet über die Wohnsiedlung der Blumenthalallee hinaus erweitert und es nehmen immer mehr deutsche Mädchen das Angebot wahr. 

Konzept und Ablauf
Zu Beginn der Gruppe wird – aufgrund der Gruppengröße - gemeinsam mit einem wechselnden Teil der Mädchen eine Kleinigkeit gekocht. Dem Rest der Gruppe steht diese Zeit zum freien Spiel zur Verfügung. Beim anschließenden Essen werden Snack und Aktivität für die nächste Woche festgelegt; so nehmen die Mädchen aktiv an der Gruppengestaltung teil und lernen auch kompromissbereit zu sein.
Die Aktivitäten erstrecken sich von Kreativangeboten über sportliche Aktivitäten bis hin zu gruppendynamischen Spieleolympiaden.
Der Bedarf an Einheiten des Freispiels ist nach wie vor hoch, so dass geplante Aktionen je nach Situationslage auch spontan ausfallen, um den Bedürfnissen der Mädchen gerecht zu werden. Dies liegt vor allem an der momentan eher jungen Gruppenstruktur. 

Problemlagen
Die Hauptproblematik der Mädchengruppe liegt mittlerweile lediglich in der Gruppenstärke: Beim Essen, Brettspielen oder Bastelangeboten gibt es nur begrenzt Platz
Außerdem ist durch die Größe der Gruppe das Budget des Angebotes meistens überschritten, so dass die zubereiteten Snacks und durchgeführten Aktionen zurückgefahren werden mussten. Durch die junge Gruppenstruktur ist auch in diesem Angebot das Freispiel sehr beliebt und Kleingruppen verlagern sich innerhalb der Einrichtung.
Gruppeninterne Konflikte gibt es nur noch selten, es werden jedoch einzelne Mädchen ausgegrenzt – hier gilt es intervenierend einzugreifen und durch gezielte Gruppenangebote dagegen zu arbeiten. 

2.7. Jungengruppe
Nachdem die Jungengruppe nicht stattfinden konnte, weil kein geeigneter Betreuer zur Verfügung stand, führte im Zeitraum von Februar 2014 bis Anfang 2015 der Student Jens Blömer das Gruppenangebot durch. Er übergab Anfang dieses Jahres die Gruppe an unseren Praktikanten Dennis Orlando; dieser plant unter anderem, interessierte Jungen in Form von Gitarrenunterricht an die Musik heranzuführen. Die Jungengruppe findet immer mittwochs von 16:15 bis 18:15 Uhr statt. 


Teilnehmerstruktur und Konzept
Die Jungengruppe wird von bis zu 20 Jungen von 5 bis 13 Jahren besucht und findet abwechselnd in den Räumen des DKSB oder auf den umliegenden Spielplätzen oder Fußballplätzen statt. Die Teilnehmer stammen alle aus der umliegenden Siedlung und verfügen über eine Vielzahl verschiedener Migrationshintergründe.
Die Konzeption ähnelt der der Mädchengruppe; den Kindern wird ein kleinerer Snack gereicht und das Gruppenangebot ihren Interessen nach gestaltet.
So finden häufig Fußball- oder Kickertuniere oder Wettbewerbe an der Wii statt. Ansonsten ist auch in dieser Großgruppe das Freispiel sehr beliebt, in dem sich die Jungen innerhalb ihrer Altersgruppen mit Lego oder anderen Spielangeboten de DKSB beschäftigen. 

Problemlagen
Aufgrund der unterbrochenen Durchführung dieses Angebotes haben die Jungen eine verbindliche Teilnahme bei Dennis Orlando noch nicht verinnerlicht. Dies wird durch die oft lange Schulzeit der Jungen und Zugehörigkeiten zu Fußballvereinen noch verstärkt, so dass an einer verbindlichen Pünktlichkeit ähnlich derer der Mädchen noch gearbeitet wird.
Die Angebotszeiten werden hierbei immer wieder auf ihre Aktualität überprüft. Aggressive Verhaltens- und Kommunikationsweisen werden auf Grundlage des Fairplay und des Sportsgeists diskutiert und aufgearbeitet. 

2.8. Jugendtreff
Der Jugendtreff findet immer freitags zwischen 18:15 und 20:15 Uhr statt, was bei den Jugendlichen auf großen Zuspruch trifft, da sie oftmals keine konkrete Abendplanung haben. Da dieses Angebot sich an die Jugendlichen zwischen 10 und 16 Jahren richtet, bleibt jedoch die Gruppe der über 18-Jährigen noch immer ohne Anlaufstelle in der Siedlung.

Seit Februar ist auch die Praktikantin der Einrichtung bei diesem Angebot dabei. 

Teilnehmerstruktur und Konzept
Der Jugendtreff findet abwechselnd in den Kellerräumen und im Hauptraum des DKSB statt. Es hat sich eine feste Gruppenstruktur von 8 bis 10 Jungen und Mädchen gebildet, die wechselnde Freunde mitbringen. Diese kommen überwiegend aus der Breuskesbachsiedlung. Im Jugendtreff gibt es kein strukturierendes Gruppenprogramm, den Jugendlichen wird der von ihnen gewünschte Freiraum gelassen.
Aktionen werden vorher besprochen. Fester Bestandteil des Angebots ist lediglich die gemeinsame Zubereitung eines kleinen Snacks. Die Gruppenleitung dient letztlich als Ansprechpartnerin und gibt dem Angebot eine koordinierende Struktur vor – die Ausgestaltung übernehmen die Jugendlichen selbst.
Die Jugendlichen nutzen die Zeit, sich ungestört auszutauschen, in letzter Zeit häuften sich auch politisch interessierte Diskussionen (z.B. nach den Anfängen von Pegida), in die die Gruppenleitung miteinbezogen wird.
Auf Initiative der Jugendlichen hin wird ab April 2015 ein Foto- und Videoprojekt gestartet, die genaue Ausgestaltung muss noch erarbeitet werden. 

Problemlagen
Die Jugendlichen bringen oftmals ihre eigenen Probleme mit in die Gruppe, da mittlerweile ein Klima herrscht, in dem sie sich öffnen können. Als problematisch zeig sich mittlerweile der oftmals gewalttätige Umgang der Jungen untereinander, der schon zu Hausverbot und Abbruch von Gruppenangeboten geführt hat. Hier gilt es zurzeit gemeinsam mit den Jugendlichen innerhalb eines Regelkataloges zu agieren, um das Bewusstsein für unangemessenes Verhalten zu sensibilisieren. Es muss nach einer langfristigen Lösung gesucht werden.